Entstehungsgeschichte der Loge "Neue Werkstatt"

i∴ O∴ Leipzig

18. Oktober 2002

Die damalige Großmeisterin des Universalen Freimaurerordens Humanitas hält einen öffentlichen Vortrag an der Universität Leipzig zum Thema: „Die Freimaurer - Ein alter  Weisheitsbund für eine moderne Zeit“. Etwa 150 Interessenten nehmen teil. Von nun an finden regelmäßig, einmal pro Monat, in der Gaststätte „Dr. Schreber“, Aachener Straße, Leipzig, öffentliche Gästeabende statt. Verschiedene Referenten aus verschiedenen Logen halten Vorträge und regen zu Diskussionen an. Thema sind nicht nur Einführungen in die Geschichte und die Inhalte der Freimaurerei, sondern auch allgemeine gesellschaftskritische und philosophische Diskurse. Ein fester Kern bildet sich, der Menschen  unterschiedlichsten Alters (von Anfang 20 bis Anfang 60) und verschiedenster Berufe und Tätigkeiten (u.a. Studenten, Handwerksmeister, Doktorin) schließlich im freimaurerischen Arbeitskreis „Neue Werkstatt“ vereinigt. 

Am 11. Oktober 2003

erhält die „Neue Werkstatt“ Leipzig den Schutzbrief ihrer Großloge „Universaler Freimaurerorden Humanitas“ auf dem Großlogentag in Saarbrücken. Sie darf sich nun „Neue  Werkstatt - Freimaurer-Deputationsloge für Männer und Frauen i O Leipzig“ nennen. Als sog. Deputationsloge (d.h. noch keine vollständige und selbständige Loge) wird die „Neue Werkstatt“ nun bis zum Tage ihrer Lichteinbringung unter dem Schutz ihrer Mutterloge „Immanuel Kant“ i O Berlin arbeiten. Zu diesem Zeitpunkt, im Herbst des Jahres 2003, besteht die „Neue Werkstatt“ aus: sieben Meistermaurern aus anderen Humanitas-Logen als Gründungsmitgliedern, und drei ortsansässigen Mitgliedern, d.h. einem Gesellen und zwei Lehrlingen. Regelmäßige Tempelarbeiten ermöglichen nun eine gute freimaurerische Betätigung, die ständige Arbeit jedes einzelnen an sich selbst. Dies ist auch die gute Basis für ein sehr harmonisches und freundschaftliches Miteinander der Logenmitglieder. Die Gästeabende finden nun im Lokal „Zunftkeller“, Dresdner Straße, Leipzig statt und finden reges Interesse. 

Am Ende des Jahres 2005

zählt unsere Loge außer den sieben Gründungsmitgliedern bereits sechs ortansässige Mitglieder, zwei Meister, zwei Gesellen und drei Lehrlinge. Die Brüder der Loge „Minerva zu den drei Palmen“ i O Leipzig stellen uns ihre Räumlichkeiten in der Naunhofer Straße zur Verfügung, was uns nun regelmäßige monatliche Tempelarbeiten ermöglicht und unsere praktische Erfahrung sehr fördert. Unsere Gästeabende finden in dieser Zeit in der Gaststätte „Hopfenspeicher“, Oststraße, Leipzig statt. Dank der wunderbaren, im wahrsten Sinne freimaurerischen Toleranz der Brüder der maskulinen Logen in unserer Stadt hat sich ein tiefes freundschaftliches Verhältnis zwischen der „Neuen Werkstatt“ und den schon lange in Leipzig arbeitenden Brüdern der maskulinen Freimaurerei entwickelt. Dieses Verhältnis beruht auf der Achtung und gegenseitigen Akzeptanz der Spezifika der einzelnen Logen und ist durch eine herzliche Brüderlichkeit und Freundschaft gekennzeichnet, die uns nun als jüngstes Glied in die Leipziger Freimaurerkette einschließt.

Am 14. April

ist es dann soweit: Die „Neue Werkstatt“ zählt, wie erforderlich, sieben eigene Meistermaurer. In einem feierlichen Ritual bringt unsere Großloge „Humanitas“ das Licht in die „Neue Werkstatt“ ein, d.h. wir sind nun eine vollständige Freimaurerloge und dürfen uns „Neue Werkstatt - Freimaurerloge für Männer und Frauen i O Leipzig“ nennen. Im Rahmen der Feierlichkeiten fand u. a. am Freitagabend, dem 13. April 2007, eine öffentliche Veranstaltung in der Aula der Alten Nikolaischule statt, bei der wir Presse und interessierte Gäste mit einem längeren Vortrag über unsere Loge und unsere Ziele informierten. An der internen Zeremonie am Sonnabend, dem 14. April 2007, nahmen zu unserer großen Freude und Ehre ca. 85 Gäste aus verschiedenen deutschen Logen teil, u.a. aus Berlin, München, Essen, Frankfurt/M. und Hamburg. Aus dem Ausland durften wir Brüder und Schwestern aus Tschechien, Polen, Österreich, den Niederlanden, Dänemark und Frankreich begrüßen. Die Kontakte und Gespräche, die Begegnungen und Erlebnisse dieses Wochenendes werden uns lange im Gedächtnis bleiben. Sie haben uns wahrhaft und lebendig die Stärke der Bruderkette gezeigt. 

Im November 2007

dann zählt die „Neue Werkstatt“ sieben Meister, einen Gesellen und vier Lehrlinge. 

Im März 2008

ziehen wir noch einmal mit unseren Gästeabenden in eine andere Lokalität um. Wir treffen uns ab da einmal monatlich an einem Freitagabend in den „Reudnitzer Terassen“, Oststraße, Leipzig.

Im Herbst 2009

orientieren wir uns neu, was das Logenhaus und damit die Heimat für unsere Loge in Leipzig betrifft. Wir nehmen mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied vom Logenhaus in der Naunhofer Straße und ziehen um: Das Logenhaus der Loge „Apollo“ in der Demmeringstraße in Lindenau wird unser neues Zuhause. Die Brüder der „Apollo“ nehmen uns herzlich und wahrhaft brüderlich in ihren wunderbaren Räumlichkeiten auf. Nicht nur unsere Tempelarbeiten, auch unsere Gästeabende können wir von nun an im stilvoll-würdigen Rahmen der beeindruckenden Jugendstil-Räume in der Demmeringstraße gestalten.

Im April 2017

feiern wir unser 10jähriges Stiftungsfest. Unsere Gästeabende finden nun zweimonatlich statt; interne Treffen, zu denen auch die Tempelarbeiten gehören, finden derzeit zweimal im Monat statt.

Im Herbst 2019

zählt die „Neue Werkstatt“ insgesamt 15 Mitglieder, im ausgeglichenen Verhältnis von Brüdern und Schwestern, und wächst stetig weiter.


Leipzig, im Oktober 2019